Mural Art


»#FRTZN«

In der surrealen Darstellung seiner Fratzen möchte Kriesel dem defekten und verzerrten Zustand der Welt begegnen.
Verschrobene Figuren, ängstliche Gesichtsausdrücke und zerstörte Existenzen, aber auch lustig wirkende, lächerliche Karikaturen sind kalligraphisch und mit gestischer Malweise an die Wand gebracht. „Diese Fratzen sind aber auch die Fratzen, die einem bei Facebook, Instagram, Tumblr und den anderen ‚Communities’ sowie im Fernsehen begegnen. Sie grinsen einen von überall her an, sei es bei Big Brother, bei einer der vielen Castingshows oder beim Dschungelcamp.“

Die Fratzen (#FRTZN) und »Fratzenteppiche« werden kalligraphisch zu zeichnerischen Gebilden, so dass sie an Graffiti-Tags oder Pieces erinnern, dennoch Fratzen bleiben, die ineinander verwoben sind.
Es geht bei den Mural Art #FRTZN um die Interaktion mit der Wand und bei den immer schneller werdenen Strichen auch um die Veränderung der Kommunikation im digitalen Zeitalter – sozusagen der Wandel vom Brief mit Siegel damals und die heute der schnelle Whatsapp-Chat.

Mural Art im Kleinen

In der Installation »me so small« arbeite ich mit einem 3D-Druck als Selbstportrait, der eine Fratzenzeichnung an die Wand »schreibt«. Eine veraltete, verrostete Maske, die in dieser Arbeit daneben an den Nagel gehängt ist stellt den Kontrast des alten und des neuen dar, der die Veränderung der Kommunikation – auch textuell – beschreibt.

In der Installation »hang-up« seilt sich das Selbstbildnis des Künstlers von der Wand ab und zeichnet wieder kalligraphisch eine Fratzen-Skizze an die Wand. Die Arbeit lehnt sich an die Aktionen der heute immer populärer werdenen 1UP-Crew und Berlin Kidz in Berlin. Auch hier geht es um die Veränderung der Kommunikation – aber auch um den Wandel des Geltungsbedürfnisses und die Suche nach Rebellion bei der heutigen Jugend.